Bauwerks-Sanierung / Trockenlegung






"Tapezieren" der Abdichtungsbahn auf einer Betonwand

Wenn drückendes Wasser ansteht, wie etwa Grundwasser oder Schichtenwasser, ist die Abdichtung durch eine Weiße Wanne oder ein anderes, für drückendes Wasser zugelassenes Abdichtungssystem erforderlich (beispielsweise Bitumen-Schweißbahnen oder die Graue Wanne). Kabel und Rohre können in der Wand und im Fundament mit druckwasserdichten Dichtungseinsätzen oder in der Wand mit Ringraumdichtungen/Mauerkragen abgedichtet werden. Der außenliegende, also in der Boden- oder Wandflächenabdichtung liegende zweiteilige Kunststoffflansch schließt die senkrechte Abdichtung der Kellerwand als Schnittstellenlösung automatisch mit ein.

Im Gegensatz zur innenliegenden und unkontrollierten Fugenabdichtung der Weißen Wanne werden bei der Fugen-Abdichtungsart Graue Wanne die Fugen von wasserundurchlässigen Betonbauteilen mit Bewegung aufnehmenden PVC-Profilen von außen druckwasserdicht verklebt und doppelt kontrolliert.
Bei der K-Wanne wird über eine solche Fugenabdichtung eine PVC-Bahn mit unveränderlicher Schichtdicke als Flächenabdichtung aufgebracht. Die PVC-Abdichtung wird entweder bereits im Werk in die Betonfertigteile eingelegt oder auf der Baustelle druckwasserdicht "tapeziert". Die Stöße werden überlappend verklebt bzw. quellverschweißt.

Feuchtigkeits-Sperre mittels Dickbeschichtung

Oftmals ist die Außenabdichtung einer Kellerwand unzureichend ausgeführt. Auch wenn die Außenwand mit Bitumenmasse gestrichen wurde, ist das noch kein Garant für dauerhaft dichte Wände. Hier ist die wichtigste Sicherheitsmaßnahme: Sorgfältige handwerkliche Arbeit bis ins Detail! Eine sorgfältige Arbeit bedarf jedoch zuvor einer noch sorgfältigeren Planung! Grundlage der Ausführung von Abdichtungen im Gebäudebereich ist die Normenreihe DIN 18195. Viele Bauschäden sind allein darauf zurückzuführen, dass weder eine fachgerechte Planung der Feuchtigkeitssperre der erdberührten Bauteile erfolgte noch die Ausführung von qualifizierten Handwerkern durchgeführt wurde. Aber auch dann sollte eine unabhängige Kontrolle aller Arbeitsschritte der Ausführung durch einen ausgewiesenen Fachmann erfolgen.

Denken Sie daran: Eine undichte Stelle in der Kellerwand ist später nur sehr schwer aufzufinden. Es empfiehlt sich, nach Fertigstellung des Rohbaus den Keller vom Bauunternehmer mit einem Entfeuchtungsgerät austrocknen zu lassen und in den nächsten Wochen zu kontrollieren, ob Feuchtigkeit eintritt. In dieser frühen Bauphase lassen sich Schäden noch leichter beheben. Eine zusätzliche Kontrollmöglichkeit ist die Feuchtigkeitsmessung mit Elektrolyten-Geräten. Diese Messung können wir natürlich auch für sie Umsetzen.

Diese Komponenten sind entscheidend für einen wirksamen Schutz vor Bodenfeuchtigkeit:

Es darf sich kein Wasser vor der Kellerwand stauen. Deshalb ist bei bindigen Böden immer eine Dränage erforderlich, die anfallendes Wasser von der Wand weg zu einer umlaufenden Ringdrainage leitet. Als Dränagebahnen dienen z.B. Noppenbahnen, die durch Filtervliese vor Verschlämmen geschützt sind. Eine vertikale Abdichtung, z.B. in Form einer Bitumenbeschichtung, ist immer nötig. Sie sollte oberhalb des Erdreichs in einen wasserdichten Sockelputz übergehen. Ebenfalls obligatorisch: horizontale Sperrschichten, z.B. aus Bitumen- beschichtung oder Abdichtungsbahnen welche durch Dränplatten geschützt werden, einschl. der Bodenplatte bis knapp unterhalb der UG Decke.